Ratgeber 29.9.2026
CO₂-Preis beim Heizen: Entwicklung von 2021 bis 2028
Wie sich der CO₂-Preis auf Gas und Heizöl seit 2021 entwickelt hat, was für 2026 und 2027 gilt und warum der EU-Emissionshandel für Gebäude erst 2028 startet – mit Rechenbeispiel.
Seit 2021 kostet in Deutschland jede Tonne CO₂, die beim Verbrennen von Gas oder Heizöl entsteht, einen festgelegten Preis. Grundlage ist das Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG). Der Preis steckt in deiner Gas- oder Heizölrechnung – und genau diese CO₂-Kosten werden seit 2023 zwischen Mieter und Vermieter aufgeteilt.
Die Preise im Überblick
| Jahr | CO₂-Preis je Tonne | Stand |
|---|---|---|
| 2021 | 25 € | Festpreis |
| 2022 | 30 € | Festpreis |
| 2023 | 30 € | Festpreis |
| 2024 | 45 € | Festpreis |
| 2025 | 55 € | Festpreis |
| 2026 | 55 bis 65 € | Preiskorridor |
| 2027 | 55 bis 65 € | geplant, Gesetzgebung noch nicht abgeschlossen |
Für 2026 gilt erstmals ein Preiskorridor: Die Zertifikate werden versteigert, der Preis liegt zwischen 55 und 65 € je Tonne. Für die Aufteilung zwischen Mieter und Vermieter zählt, was dein Lieferant auf der Rechnung als CO₂-Kosten ausweist.
Was ist mit 2027 und 2028?
Ursprünglich sollte ab 2027 der europäische Emissionshandel für Gebäude und Verkehr (ETS2) starten. Dieser Start ist nach Angaben der Deutschen Emissionshandelsstelle auf 2028 verschoben. Für die Übergangszeit hat die Bundesregierung im August 2026 beschlossen, den Korridor von 55 bis 65 € auch 2027 fortzuführen. Das Gesetz lag bei Redaktionsschluss noch im Bundestag – wir aktualisieren diesen Beitrag, sobald es verabschiedet ist.
Was bedeutet das für deine Heizkosten?
Ein Beispiel mit 10.000 kWh Erdgas im Jahr (etwa eine 70-m²-Wohnung):
- CO₂-Ausstoß: 10.000 kWh × 0,20088 kg/kWh = rund 2,0 Tonnen
- bei 55 € je Tonne: rund 110 € CO₂-Kosten (netto)
- bei 60 € je Tonne: rund 121 € CO₂-Kosten (netto)
Dazu kommt die Umsatzsteuer. Wie viel davon dein Vermieter übernehmen muss, hängt vom CO₂-Ausstoß des Gebäudes bzw. deiner Wohnung je Quadratmeter ab – zwischen 0 und 95 %. Das Stufenmodell zeigt die Werte.
Warum der Preis steigt
Der CO₂-Preis soll fossile Brennstoffe schrittweise teurer machen und so Anreize für sparsames Heizen und bessere Gebäude schaffen. Die Aufteilung nach dem CO2KostAufG sorgt dafür, dass Vermieter von schlecht gedämmten Gebäuden einen größeren Teil tragen – denn sie entscheiden über Dämmung und Heizung.
Was du jetzt tun kannst
Prüf auf deiner letzten Gasrechnung oder Heizkostenabrechnung, wie hoch die CO₂-Kosten waren. Mit heizfair prüfst du kostenlos, ob dein Vermieter den gesetzlich vorgesehenen Anteil korrekt übernommen hat. Hintergründe zum Jahr 2026 findest du auch in unserem Beitrag CO₂-Preis 2026 und eigene Gastherme.
- BEHG § 10 (Verkauf von Emissionszertifikaten, Preise)
- DEHSt: nEHS – Verkauf und Versteigerung
- Deutscher Bundestag: BEHG-Änderung – CO2-Preis soll 2027 stabil bleiben
- Bundeswirtschaftsministerium: Berechnung und Aufteilung der Kohlendioxidkosten
Stand 29.9.2026. Allgemeine Information, keine Rechtsberatung.
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